Integraler Yoga

Yoga beinhaltet mehrere Disziplinen, die, so verschieden sie zunächst scheinen mögen, jeweils alle anderen miteinbeziehen. Zusammen bilden sie eine Einheit; jede einzelne enthält auch von allen anderen Yogadisziplinen etwas. Man kann also von den integralen Bestandteilen des Yoga oder im Ganzen von „integralem Yoga“ sprechen. Wir glauben daran, dass es im Hinblick auf eine möglichst umfassende Entwicklung unseres menschlichen Potenzials am sinnvollsten ist, wenn wir uns in allen Disziplinen vervollkommnen. „Integraler Yoga“ bedeutet, dass wir in diesen einzelnen Bestandteilen nicht unterschiedliche „Yogawege“ sehen, sondern vielmehr sich ergänzende Übungs- und Erfahrungsebenen ein und desselben Yoga – so wie es eben auch nicht unterschiedliche Arten von Yoga gibt, sondern nur eine einzige, die sich „Yoga“ nennt und die alles beinhaltet. Das Beherrschen einzelner Techniken, herausgelöst aus ihrem Zusammenhang macht einen bestenfalls zum Artisten, aber noch lange nicht zum Yogameister. Betrachtet man das Leben und Wirken der Meister, so wird man schnell feststellen, dass sie allesamt einen integralen Yoga praktizierten, wenngleich sie ihn vielleicht nicht ausdrücklich so nannten. Wir üben den integralen Yoga wie er im letzten Jahrhundert von Svami Sivananda gelehrt wurde, nämlich bestehend aus

    Karma Yoga, Handeln ohne Absicht,
    Bhakti Yoga, Liebe zu Gott,
    Jnana Yoga, Erkenntnis des eigenen „Selbst“,
    Raja Yoga, Aufgehen des Geistes im reinen Bewusstsein,
    Hatha Yoga, Körperbewusstsein und Körperbeherrschung, und
    Kundalini Yoga, Sublimation der Körperkräfte zu geistiger Energie.

Die ersten drei Yogadisziplinen werden bereits in der Bhagavadgita beschrieben, einer der heiligsten Schriften Indiens, die älter als zweitausend Jahre ist. Raja Yoga wird erstmals im Yoga Sutra detailiert beschrieben, der wohl bekanntesten Yogaschrift, die ebenfalls etwa zweitausend Jahre alt ist. (Der Begriff „Raja Yoga“ entstammt jedoch nicht dem Yoga Sutra, sondern der Hatha Yoga Pradipika, einer Yogaschrift aus dem 15. Jh.) Im engeren Sinn gelten nur die vier erstgenannten Yogadisziplinen als klassisch, da auch nur sie auf die Darshanas zurückzuführen sind, die klassischen Lehren der indischen Philosophie. Hatha Yoga entwickelte sich spätestens vor knapp 1000 Jahren durch die sogenannten Natha Yogins zu einer eigenständigen Yogadisziplin und wurde später in der bereits erwähnten Hatha Yoga Pradipika, wie auch in einigen anderen bedeutenden Schriften beschrieben. Kundalini Yoga ist eine besondere Yogadisziplin, die in Indien schon seit sehr langer Zeit bekannt ist, wahrscheinlich sogar seit den im Dunkel der Geschichte verborgenen Anfängen des Yoga, und die als Geheimlehre vom Lehrer zum Schüler weitergegeben wurde. Im Ganzen zählt man also sechs traditionelle Yogadisziplinen.

Wir, die Lehrer der Purna Yoga Vedanta School, möchten jeden Übenden auf allen Ebenen des Yoga kompetent, verantwortungsvoll und in Freiheit anleiten und begleiten. Wir unterrichten klassischen Yoga in seiner ganzen Fülle. Unser integrales Lehrkonzept zielt auf die umfassende Entwicklung von Körper, Geist und Seele. Dabei stehen wir in der Tradition von Svami Sivananda, einem Yogameister des letzten Jahrhunderts und bedeutenden Vertreter des Integralen Yoga.

Im Glossar (siehe Sidebar) findest Du eine Erklärung aller rot markierten Begriffe sowie die für die Aussprache maßgebliche Schreibweise in Devanagari und IAST.