Balance

Es gibt einige Asanas, die uns Balance lehren und Gleichgewicht erfordern. Hierzu gehören zum Beispiel der Adler, der Baum, der Tänzer und der Stuhl. Jedes Mal, wenn wir diese Übungen praktizieren, können wir unsere Fähigkeit zur inneren Balance an diesem Tag ablesen, das finde ich sehr interessant. Aber selbst wenn man an diesem Tag vielleicht angespannter ist, kann man sich mit Hilfe der Übungen wieder in die Mitte rücken. In der Yogastunde ist es nach einiger Übung recht leicht, sich schnell in einen entspannen Zustand zu bewegen. Mindestens genau spannend ist es aber, wenn Du Deine Körpergewohnheiten außerhalb der Yogastunden betrachtest.

Unser Ziel ist es, Yoga auch außerhalb der Yogamatte im Alltag zu praktizieren und somit, möglichst oft im Gleichgewicht zu sein. Körperlich und seelisch. Gleichgewicht hat aber nicht ausschließlich mit Entspannung zu tun. Beobachte doch einmal einen Tag lang, wie oft Du Deine linke und die rechte Körper ungleich bewegst. Zum Beispiel, wenn Du die Beine übereinander schlägst. Das ist übrigens sehr ungesund und fördert die Bildung von Krampfadern. Außerdem ist es unglaublich, wie oft man beim Stehen ein Bein stärker belastet, als das andere. Am besten ist es natürlich, das Gewicht gleichmäßig zu verteilen. Du kannst auch beim Treppen laufen beobachten, ob du immer den gleichen Fuß zuerst auf die höhere Stufe stellst. Ich habe vor kurzem festgestellt, dass ich immer auf einem Bein stehe, wenn ich in der Yogaschule am PC arbeite. Auch beim Sitzen (ich habe ein Ballkissen für die Bewegung der unteren Rücken- und Bauchmuskulatur) neige ich dazu, eine Hüfte stärker zu belasten, als die andere. Mir ist aufgefallen, dass ich manche Positionen schon seit meiner Kindheit einnehme. Immer, wenn uns Ungleichgewichte bewusst werden, können wir Stück für Stück daran arbeiten. Und darauf freue ich mich in den nächsten Wochen.

Mindestens genauso interessant ist die seelische Balance. Wie ist Deine Atmung im Moment? Fühlst Du dich aufgeregt oder lethargisch? Was könnte anders sein? Machst Du Dir Sorgen? Wie kannst Du Dich auf gesunde Weise ausbalancieren?

Wie sorgst Du dafür, dass Du in Balance bleibst? Du kannst uns von deinen Lieblingsasanas oder Tipps im Alltag erzählen. Wir freuen uns auf Deine Antwort.

4 Kommentare

  1. Barbara

    Liebe Sivani, wieder ein sehr spannendes Thema, das du hier ansprichst. Auch ich gehöre zu jenen, die meist ein Bein stärker belasten als das andere. Zum Beispiel beim Kochen.
    Aber auch die sogenannte Work-Life-Balance ist für mich oft eine Herausforderung. Als Ausgleich zur kopflastigen Bildschirmarbeit finde ich es z.B. sehr hilfreich, jeden Tag zu meditieren oder auch mal fern vom Computer etwas Künstlerisches zu machen. In letzter Zeit gelingt mir das immer besser. Gerade im Winter kommt aber auch die Bewegung oft zu kurz. Daran arbeite ich noch :)

    In dieser Hinsicht ist Yoga sicher ein sehr guter Weg. Bei anderen spirituellen Praktiken vergisst man gerne, sich genügend zu erden. Das kann irgendwann unangenehme Auswirkungen haben.

    Vielen Dank für deinen inspirierenden Artikel :) Ich nehme ihn gerne als Anregung, in nächster Zeit noch besser auf meine Balance zu achten. Sei es körperlich oder ganz allgemein im Alltag.

    Liebe Grüsse von Barbara

    • Sivani

      Liebe Barbara,

      vielen Dank für deinen Kommentar. Lustig, dass man die Beine meist nicht gleichmäßig belastet. Ich werde mal beobachten, ob mir das in bestimmten Gemütsstimmungen eher passiert, oder schon feste Gewohnheit geworden ist. Überhaupt ist es interessant zu versuchen, bei jeder Tätigkeit ein bestimmtes Körpebewusstsein zu haben. Man handelt automatisch ganzheitlicher, wirklich erstaunlich. Bitte bringe doch mal ein wenig Deiner Kunst auf deine Homepage, das wäre klasse. Während du malst, bin ich eher mit dem Singen beschäftigt. Eine bestimmte Art von Musik bringt mich direkt zu Ruhe, das ist wirklich schön. Auch wenn ich selbst singe, spüre ich eine Balance. Zur Bewegung im Winter: neben den Asanas gehe ich so oft wie möglich zu Fuß und versuche so, dass Immunsystem besser an die kalten Temperaturen zu gewöhnen. Bisher klappt das ganz gut :)

      Eine wunderbare Woche und bis bald,
      Sivani

  2. Barbara

    Liebe Sivani, ich habe schon dein Eindruck, dass das ungleiche Belasten der Beine so etwas wie eine Gewohnheit ist. Bei mir zumindest. Ich spüre aber auch sofort eine Auswirkung auf mein inneres Gleichgewicht, wenn ich mal bewusst ganz gerade stehe oder sitze. Vor allem wird dann auch die Atmung tiefer.

    Dass du singst, finde ich ganz toll. Ich singe nämlich auch sehr gerne. Während meiner Uni-Zeit war ich sogar ein paar Jahre lang im Chor. Das Singen hat für mich etwas sehr Befreiendes. Eigentlich habe ich schon lange vor, wieder bei einem Chor mitzusingen. Bis jetzt konnte ich mich einfach noch nicht entscheiden, wo ich anklopfen soll ;)

    Was singst du denn am liebsten? Und welche Musik hörst du gerne?

    Einige meiner Bilder kannst du auf Facebook anschauen, wenn du dich dafür interessierst: http://www.facebook.com/album.php?aid=118423&id=757043881&l=7c07c0b67d
    Nicht alle Bilder im Album sind von mir. Mein Freund ist eigentlich der grosse Künstler. Letztes Jahr habe ich mich von ihm inspirieren lassen und selber angefangen zu malen. Ein paar Mal haben wir auch zusammen gemalt. Dieses Jahr noch nicht so oft, im Winter aber sicher wieder mehr.
    In nächster Zeit möchte ich mich vor allem wieder mehr ins intuitive Malen vertiefen (sogenannte Seelenbilder malen). Das habe ich bis jetzt vor allem mit Papier und Buntstiften gemacht. Aber Acryl auf Leinwand ist auch schön :)

    Liebe Grüsse von Barbara

  3. Sivani

    Liebe Barbara,

    danke für deine Antwort – glaube, bei mir und den Beinen ist es auch eher Gewohnheit. Ich habe mir Deine Bilder angeschaut, die sind echt klasse. Vor allem das blau-getupfte von dir hat mir gut gefallen und auch das Foto Nr. 65. Du kannst es Dir ja als guten Vorsatz für 2011 machen, einen netten Chor zu suchen? Ich singe hauptsächlich Mantras und Kirtans, aber auch meine eigenen Lieder – seit ich in 2009 eine Gitarre in den Händen hielt, hat sich da ganz viel ergeben und ich hatte tolle Inspirationen – ansonsten mag ich eigentlich jede Musik, außer Heavy Metal oder Ähnliches. Vielleicht sollte ich auch mal malen, macht bestimmt großen Spaß und ich habe noch nie auf eine Leinwand gemalt.

    Alles Liebe, Sivani

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