Adhomukha Shvanasana, der „nach unten schauende Hund“ ist gemeinsam mit dem Baum eine der bekanntesten Yogaübungen, im Kinderyoga auch als „Berg“ bekannt. Der Name wurde der natürlichen Bewegung des Hundes nachempfunden, wenn er sich morgens streckt. Im Yoga haben viele Asanas Tiernamen, vor allem, damit man sich die Bewegung besser vorstellen kann. Weder in der Hatha Yoga Pradipika, einer klassischen Hatha-Yoga-Schrift noch in der Gherandha Sanghita wird dieses Asana explizit erwähnt. Das älteste Buch mit Beschreibung der Postion, welches ich kenne, ist „Hatha Yoga“ von Svami Sivananda. Dort hat der Hund keinen Namen, sondern nur die Bezeichnung Suryanamaskaram-8, weil er als Bestandteil des Sonnengrußes erwähnt wird. Im Yoga wurden die Übungen jahrhundertelang in mündlicher Form überliefert, sodass man nicht herausfinden kann, wie lange eine Übung vor der schriftlichen Niederlegung tatsächlich bereits existiert hat.

Man übt den nach unten schauenden Hund während des Sonnengrußes und beispielsweise als Ersatz für den Kopfstand. Als Ausgangsposition dienen Kobra oder Katze (Vierfüßlerstand). Die Füße sind geschlossen und Du drückst dich mit den Armen aktiv von der Matte weg. Dabei solltest du den Brustkorb öffnen. Deine Beine und Dein Oberkörper sollten sich ungefähr in einem rechten Winkel zueinander befinden. Du kannst die Finger spreizen, um auf diese Weise eine bessere Auflagefläche zu bekommen. Zusätzlich solltest Du die Knie- und Oberschenkelmuskulatur nach oben (Richtung Bauchnabel) anspannen. Besonders gut ist es, die Position mehrere Atemzüge bewegungslos zu halten.

Körperliche Wirkungen: Armmuskeln werden gekräftigt und Brustkorb und Beinbizeps werden gedehnt. Hände und Handgelenke werden gestärkt. Beugt Fußschmerzen vor und löst Verspannungen im Brustkorb und Rücken. Durch das Anheben des Zwerchfells wird das Herz beruhigt. Hilft bei Kopfschmerzen.

Geistige Wirkungen: Insbesondere hilft die Position bei Müdigkeit und sorgt für Ausgeglichenheit, wenn man intensiv körperlich und auch geistig gearbeitet hat. Gibt neue Inspiration und geistige Impulse.

Energetische Wirkungen: Als Überkopfstellung sorgt der Hund dafür, dass sich die Stimmung bessert, bringt uns in Harmonie.

Kontraindikationen: Nicht bei erhöhtem Blutdruck üben.

Im Partneryoga gibt es eine tolle Übung mit dem Hund. Ein Übender verweilt im Hund, während der andere Übende den Hund als Hilfe für einen (leicht schrägen) Handstand benutzt. Hierbei zeigt der Kopf zum Kopf des Partners, die Hände liegen in der gleichen Richtung voreinander.

    कुर्यात्तदासनं सथैर्यमारोग्यं छाङ्गलाघवम
    kuryāttadāsanaṃ sthairyamāroghyaṃ chāngghalāghavam
    So sollte man Asanas ausführen, dass sie einen stark, frei von Beschwerden und leichtgliedrig machen.
    — Hatha Yoga Pradipika I/19/2 —

Welche Position übst du am liebsten, und was magst du an ihr besonders gerne?

Im Glossar (siehe Sidebar) findest Du eine Erklärung aller rot markierten Begriffe sowie die für die Aussprache maßgebliche Schreibweise in Devanagari und IAST.