Was ist eigentlich „Atharvaveda“?

Atharvaveda ist der vierte und jüngste Veda. Als Verfasser gelten die beiden Rishis Atharvan und Angiras. Der Atharvaveda überliefert anleitende Texte und Anrufungen für die Anwendung von Magie. Aufgrund seiner lebensnäheren Inhalte wie Heilungsrituale, Dämonenaustreibungen und Liebeszauber wurde seine Stellung innerhalb des gesamten Veda immer wieder angezweifelt. Die einzelnen Elemente des Atharvaveda sind sehr unterschiedlichen Alters. Der Atharvaveda wurde ab 50 v. Chr. kanonisiert (anderen Angaben zufolge schon ab 300 v. Chr), auf jeden Fall aber nachdem die Sesshaftwerdung in der Gangesebene schon vollendet war, und auch erst dann den anderen Vedas gegenüber gleich gestellt. Auch der Atharvaveda existiert in zwei Versionen (Shaunaka-Version und Paippalada-Version). Er umfasst rund 6000 Verse, sogenannte Rigs, unterteilt in 731 Hymnen, sogenannte Suktas und 20 Abschnitte, sogenannte Anuvakas, wobei ein Siebtel des Atharvaveda dem älteren Rigveda entstammt.

Traditionell waren für die Ausführung des Opferrituals vier Priester zuständig, von denen jeder einen der vier Vedas genau kennen musste. Der Atharvaveda war dem Oberpriester, dem sogenannten Brahmanen zugeordnet, der aber ohnenhin alle vier Vedas auswendig können musste. Die Zuordnung erfolgte hier wohl eher aus Gründen der Symmetrie, denn aus praktischen Erwägungen.

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